Interview: Licht-Designer Sven Eberwein „Ich versuche eine Schnittstelle zwischen Mathematik und Ästhetik zu finden.“

Mit seinem eigenen Studio entwirft und entwickelt der junge Designer Sven Eberwein innovative, 3D-gedruckte Lichtkonzepte. Ein hoher ästhetischer Anspruch sowie der Einsatz moderner Technologien bilden dabei die Basis seiner Projekte. Im Interview spricht er über Inspirationen aus der Natur und die Möglichkeiten des 3D-Drucks für seine Gestaltungsarbeit.

01
Copyright: © Koelnmesse

 

Herr Eberwein, können Sie kurz Ihre Arbeit beschreiben?
Sven Eberwein: Licht, 3D-Druck und organische Formen sind zentrale Themen meiner Arbeit. Mich begeistern moderne Technologien und deren innovative Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichsten Bereichen. Außerdem interessieren mich konzeptionelle Ideen in der Kunst.
Wie kamen Sie zum 3D-Printing, und was fasziniert Sie daran?
Sven Eberwein: 3D-Druck bietet die einzigartige Gelegenheit, nahezu ohne technische Einschränkungen zu gestalten. Es ist ein freieres Arbeiten als mit anderen Verfahren, da man sich kaum mit technischen Barrieren auseinandersetzen muss. Das CAD-Modelling dient als unmittelbares Werkzeug für den Entwurf und die Produktion – keine weitere Schnittstelle ist nötig. Produkte, die rein digital entworfen und umgesetzt werden, entwickeln eine völlig neue und avantgardistische Ästhetik.

02
Copyright: © Koelnmesse

Woher beziehen Sie Ihre Inspirationen?
Sven Eberwein: Ich versuche eine Schnittstelle zwischen Mathematik und Ästhetik zu finden. Natur ist eine der größten Inspirationsquellen für mich. Natürliche Prinzipien aufzugreifen und auf eine neue Art und Weise gestalterisch zu interpretieren, ist meine Intention. Ich möchte mich vom klassischen Design lösen und neue unkonventionelle Wege gehen. Das Ziel ist es, 3D-Systeme sowohl revolutionär als auch evolutionär zu nutzen und hybride Workflows aus Computational und Product Design zu entwickeln. Ich möchte die technischen Möglichkeiten in meinen Arbeiten voll ausnutzen. Die Form der Produkte muss den Einsatz von 3D-Druck rechtfertigen, die Formgebung selbst sollte aber stets unabhängig bleiben.
Wie verläuft der Designprozess?

03
Copyright: © Koelnmesse

Sven Eberwein: Es handelt sich um eine rein digitale Formfindung und -gestaltung unter Einsatz von unterschiedlichen Modelling- und Scripting-Tools. CAD-Tools werden nicht als Umsetzungs-, sondern als Gestaltungswerkzeug verwendet. Es ist ein intuitiver Designprozess, an dessen Ende druckbare 3D-Daten stehen. Aufgrund der wegfallenden Entwicklungszeiten ist der Gestaltungsprozess schneller als bei anderen Verfahren.

Kölnmesse

vdm

FacebookTwitterGoogle+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.