Setsuna: Das Auto aus Holz. Gebaut für Generationen!

Eigentlich ist dieses Konzept, so angeordnet so zwischen Spielzeug und realistischem, ernsthaften konstruierten Auto, genial. Etwas zu bauen für Generationen – etwas dafür zu erhalten. Der Gedanke daran lässt bei mir als Designer das Herz etwas höher schlagen. Weg vom schnellen oder besser gesagt megaschnellem Modellwechsel. Nur um Trends hinterher zu jagen. Ich glaube, mir geht es dabei wie den meisten: Schaut man nicht regelmäßig in die Kataloge gängiger Automobilhersteller, ist manch ein Modellwechsel so krass, dass man meint, man ist bei einer anderen Marke. Bei diesem Auto herrscht eine gewisse Entschleunigung. Ob es auf den Markt kommt sei dahingestellt. Sympathisch  ist es auf jeden Fall. Und der Gedanke daran sowieso.

Toyota stellte auf der Designmesse in Mailand ein Konzeptauto vor, dass irgendwie an eine Seifenkiste erinnert oder zumindest Assoziationen dazu aufkommen lässt.Niedlich ist er, der kleine Holzroadster. Aber nicht nur das, sondern die Idee dahinter entspricht auch wieder dem japanischen traditionellem Denken, wo das Wort Generation dazu gehört und Familienbesitz eine große Rolle spielt. In diesem Fall ein Auto. Immer wieder weiter vererbt und somit auch imaginär Empfindungen und Erlebnisse dadurch weitergereicht, die mit einem Fahrzeug über Jahrzehnte gesammelt wurden. So die Idee dahinter. Und natürlich verändern die Jahre auch den Charakter des Fahrzeuges.

Zumindest äußerlich. Je nach Pflege setzt sich Patina an. Ein Fahrzeug kann mehr Charakter bekommen. Wie ein guter Wein, der über Jahre reift. Deshalb haben Toyotas Ingenieure und Designer dieses Auto auch aus Holz konzeptioniert. Birke und Zedernholz versprechen der charakterlichen Veränderung bedingt durch Witterungeneinflüsse am ehesten gerecht zu werden und Setsuna die angemessene Patina zu verleihen. „Setsuna“ aus dem Japanischen übersetzt bedeutet soviel wie „Moment“ und ganz nach der japanischen Holzbau-Tradition Okuriari wird dieser drei Meter lange Roadster ohne Nägel und Schrauben gebaut.

Ausgestattet mit einem Elektromotor. Als besonderes Feature erhält der Wagen ein Chronometer – einen 100-Jahr-Zähler, der die Zeit für Generationen messen soll. So der Stand der Dinge. Wie weit Toyota nun dieses Konzept umsetzt, muss abgewartet werden. Auf jeden Fall nicht nur stilistisch ein charmantes Konzept.

vdm  Autor Michael Hiller

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