Hollands jüngste Stadt: Groningen sprudelt vor Leben

REISEN/KULTUR: Auf der Suche nach einer kurzweiligen Tagestrip-Destination kam für uns eigentlich als „Fernziel“ nur die Niederlande in Frage. Kurz hinter Osnabrück, zumindest aus unserer Sicht mit Wohnort Porta Westfalica, kommt ja schon fast die Grenze. Naja, ein bisschen übertrieben ist es vielleicht, aber trotzdem: Man fährt so um die drei Stunden und hat dann fast Hollands jüngste Stadt Groningen erreicht. Der Plan von uns: Viel Sehen, nicht allzu weit fahren und trotzdem viel Erleben. Und so nebenbei etwas für den Kulturhorizont tun. Also vorher die Festung Bourtange besuchen. https://www.bourtange.nl/ . Gut zwei Kilometer hinter der deutsch-niederländischen Grenze bei Dörpen liegt die ehemalige Festung. Mit ihren Außenwerken umschließt diese die gleichnamige Festungsstadt. Als Luftbild sternförmig ausgeprägt bekommt man hier vor Ort schnell den Eindruck, sich in einem verwunschenen Dorf zu befinden. Hat etwas Magisches!

Irgendwie entrückt aus unserer Zeit
Hier herrscht Ruhe pur

Subtile Bäume vermitteln ein Märchengefühl und die Häuser, die hier bewohnt sind, strahlen eine großartige Ruhe aus. Mit kleinen Gärten davor und dem plötzlich verspürenden Wunsch, in einer solchen Ruheoase einfach mal für einen Zeitraum zu leben. Auf dem Marktplatz stehen eine kleine Anzahl von Tischen und die hier ansässige Gastronomie lädt zu einer kurzweiligen Pause ein: Einen Cappucinno oder Tee mit einem Stück Poffert, einem Brot-ähnlichem Kuchengebäck genießen – einfach köstlich. Und für einen Euro mehr als fair.

In kleinen und feinen Boutique-Geschäften findet man holländische Brands und kann hier für sein Zuhause stöbern.

 

Wer Rucksäcke liebt ( wie ich ) kann hier nicht widerstehen
Auffallend sind kräftige Farben und eine hohe handwerkliche Qualität in der Verarbeitung

Groningen begrüßt uns gleich so gegen 14.00 Uhr mit unheimlichen quirligen Treiben.

 

 

Sind wir nicht doch in Amsterdam angekommen? So zumindest kann man meinen. Denn hier tobt der Bär und ich frage mich, wie sieht diese Stadt im Hochsommer aus. Auffallend erstmal die schier endlos aufgereihten Außencafes mit einer unübersehbaren Flut von jungen Leuten, die ihre Fahrräder ( was sonst hier in Holland)  so ziemlich organisiert unorganisiert geparkt haben. Viele nicht abgeschlossen. Nur hingestellt mit großem Vertrauen in die Mitmenschen. Sei’s drum. Auf jeden Fall scheinen alle gute Laune zu haben und so etwas wie Stress scheint hier nicht in der Luft zu liegen. Chillen ist angesagt und wir bekommen allmählich einen Riesenhunger.

Gleich neben einem mit 3 Michelinsternen gekürten Italiener essen wir in einem türkischen Fastfood – Restaurant die leckerste Pizza der vergangenen 5 Jahre. Lecker gegrilltes Fleisch ohne Schnickschnack. Mehr als gut! Die Stadt selber kann man natürlich nicht im Laufe eines Nachmittags total kennen lernen. Aber das Gefühl, nur zweieinhalb Stunden von zu Hause entfernt zu sein und trotzdem in eine andere Mentalität kurzfristig einzutauchen, fühlt sich richtig gut an. Geht man hier über die Grachtenbrücken und betrachtet die Hausboote, kommt ein mini Urlaubsgefühl auf!

Absolut empfehlenswert. In der Altstadt ist alles gut zu Fuß zu erreichen. Von den Preisen her alles im grünen Bereich ( Studentenstadt). Kurz außerhalb von Groningen beginnt ein Grüngürtel und gerade jetzt im Übergang vom März in den April fängt alles an zu blühen und ist ein Traum für die Augen! Was diese Stadt aber auch ausmacht, ist neben den historischen Gebäuden die moderne Architektur. Ohne aufdringlich zu wirken!

Alt und neu findet zusammen

Wohin man schaut, haben sich Architekten im positiven Sinn ausgetobt. Wer Kuriositäten sucht oder bezahlbare Kunst, wird unmittelbar in der Altstadt fündig.

Kleine Geschäfte mit ausgesprochen viel Charme laden zum Stöbern ein.

Groningen macht Spaß und wir kommen wieder. Auf jeden Fall! Und unser Plan ging voll auf!

Autor und Fotos: Michael Hiller

vdm

 

 

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