DIGITALE BILDUNG: Apple unterstützt Cherokee Nation bei der Rettung ihrer Sprache
Wie iPad und Mac dabei helfen, eine der ältesten Sprachen Nordamerikas an die nächste Generation weiterzugeben
Sprache ist weit mehr als ein Mittel zur Verständigung. Sie bewahrt Erinnerungen, Geschichten und Identität. Genau darum geht es an der Cherokee Immersion School in Tahlequah im US Bundesstaat Oklahoma. Hier wachsen Kinder mit der Sprache ihrer Vorfahren auf und lernen sie ganz selbstverständlich im Alltag. Gleichzeitig entstehen im Unterricht Podcasts, Apps, Filme und digitale Geschichten. Apple begleitet diesen Weg mit iPad und Mac und unterstützt die Cherokee Nation dabei, ihre Sprache für kommende Generationen lebendig zu halten.
[In den Fluren der Schule herrscht geschäftiges Treiben. Kinder wechseln von einem Klassenraum in den nächsten, sprechen Cherokee und bereiten sich auf ihren Unterricht vor. Die Schule gehört zum Durbin Feeling Language Center und begleitet Schülerinnen und Schüler vom Vorschulalter bis zur achten Klasse.]
Die Aufgabe ist anspruchsvoll. Weltweit sprechen heute weniger als 1.500 Menschen die Sprache der Cherokee fließend. Gleichzeitig zählt die Cherokee Nation mehr als 480.000 Angehörige. Umso wichtiger ist jede neue Generation, die mit der Sprache aufwächst.
„Sie sind wahre Krieger der Sprache“, sagt Erlinda „Daksi“ Soap, Lehrerin der fünften Klasse an der Immersionsschule. „Unsere Mission hier bei der Cherokee Nation und dem Durbin Feeling Language Center ist es, unsere zukünftigen Führungskräfte der Cherokee zu finden – diejenigen, die bereit sind, die Sprache weiterzugeben und sie weiterzuentwickeln.“

Apple unterstützt dieses Ziel im Rahmen seiner Community Education Initiative. Gemeinsam mit der Oklahoma City University werden Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler an der Cherokee Immersion School und der nahegelegenen Sequoyah High School mit iPads und Macs ausgestattet.
„Die Technologie, die wir gemeinsam mit Apple einsetzen, hat es uns ermöglicht, all das, was wir hier wirklich erreichen wollen – nämlich die Bewahrung und Wiederbelebung der Sprache und Kultur der Cherokee – mit eben dieser Technologie für die jungen Menschen, die hier lernen, relevant zu machen“, sagt Chuck Hoskin Jr., Oberhaupt der Cherokee Nation.
Sprache lernen mit Video, Audio und eigenen Projekten
In Soaps Klassenraum beginnt jeder Tag mit einem Spiegel voller positiver Botschaften in Cherokee. Sätze wie „Ich bin klug, ich werde geliebt und ich bin stark“ begleiten die Kinder in den Unterricht.
Früher wurden neue Wörter auf Papier geschrieben. Heute nehmen die Schülerinnen und Schüler ihre eigene Aussprache mit dem iPad auf und hören sie sich immer wieder an. So gewinnen sie Sicherheit beim Sprechen.
„Anfangs schrieben sie die Wörter mit Bleistift auf Papier, aber jetzt können sie sich selbst aufnehmen und diese Wörter in der Schule und zu Hause lernen“, sagt Soap.
Gerade bei Cherokee spielt die richtige Aussprache eine entscheidende Rolle.
„In der Sprache der Cherokee ist jeder Laut sehr wichtig“, sagt Soap. „Ein falscher Laut, und man gibt dem Wort eine völlig andere Bedeutung.“
Auch im Unterricht von Tyler Teague entstehen digitale Projekte. Die Kinder entwickeln eigene Geschichten, illustrieren sie mit Keynote und produzieren daraus kleine Filme mit iMovie. Das Erzählen von Geschichten gehört seit Jahrhunderten zu den wichtigsten Bestandteilen der Kultur der Cherokee und bleibt auch in der digitalen Welt erhalten.
Eine App für Pflanzenwissen der Cherokee
Traditionelles Wissen spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Gemeinsam entwickeln die Schülerinnen und Schüler eine App, die Pflanzen erkennt und dokumentiert. Dabei geht es nicht nur um Namen, sondern auch um ihre Bedeutung und ihre medizinischen Eigenschaften.
Die ersten Entwürfe entstehen in Keynote. Anschließend fotografieren die Kinder Pflanzen in ihrer Umgebung, erstellen eigene Modelle für maschinelles Lernen und verbinden alles mit Swift Playgrounds zu einer funktionierenden App.
„Keynote ist wirklich hilfreich, weil die Schüler den Namen und ein Bild der Pflanze einfügen und auch kurze Sprachaufnahmen machen können, um das Wort selbst auszusprechen“, erklärt Teague. „Wenn ich es also in meinem Unterricht auf eine bestimmte Weise ausspreche und sie sagen: ‚Oh, das hat meine Oma aber nicht so gesagt‘, dann sage ich: ‚Na gut, dann nimm doch bitte auf, was deine Oma gesagt hat, denn sie weiß es ja.‘ In unserer Sprache gibt es, ausschließlich aufgrund der Tonlage, Unterschiede, wie Menschen in verschiedenen Communitys die Bedeutung der Wörter auffassen.“
Auch das Schreiben selbst wird einfacher.
„Die Möglichkeit, auf dem iPad in Cherokee zu tippen und das Silbenalphabet zu verwenden, hilft uns dabei, die Alphabetisierung zu fördern“, sagt er.
Chuck Hoskin Jr. sieht darin einen wichtigen Schritt für die Zukunft.
„Das iPad ist ein fantastisches Werkzeug, und ich glaube, es hat für jede, die es nutzt, eine revolutionäre Wirkung“, sagt Hoskin. „Es macht wirklich alles, was wir hier aufgebaut haben, für junge Cherokee zugänglich.“
Die Sprache endet nicht nach der Grundschule
Mit der Sequoyah High School wurde ein weiterer Bildungsweg geschaffen. Absolventinnen und Absolventen der Immersionsschule können dort ihre Sprachkenntnisse weiter vertiefen.
Zu ihnen gehört Olivia Daugherty. Sie besuchte die Immersionsschule bis 2024 und setzt ihre Ausbildung heute fort.
„Ich machte mir Sorgen um meine Sprache und Kultur und darum, dass ich meine Community und meine Sprache verlieren könnte“, erinnert sich Daugherty. „Aber was mir an der Sequoyah besonders gefiel, war, dass dort Unterricht in Cherokee angeboten wurde, und so kam ich dazu, Cherokee zu sprechen.“
Schon als Kind lernte sie erste Wörter und traditionelle Handwerkskunst von ihrer Familie.
„Wenn wir Ausflüge machten, brachte mir mein Vater bei, wie man auf Cherokee zählt, und wir gingen das einfach durch. Und er brachte mir vor allem bei, wie man Tiere benennt“, sagt sie. „Dann schickten sie mich zusammen mit meiner Schwester in die Immersionsschule, und seitdem versuche ich, die Sprache in mein Leben zu integrieren.“
Heute verbindet sie Sprache und Kunst miteinander.
„Ich nutze die Kunst als Mittel, um meine Sprache und Kultur auszudrücken“, sagt Daugherty.
Geschichten, Körbe und Podcasts
Im Unterricht gehört Korbflechten genauso selbstverständlich dazu wie digitales Arbeiten.
„Alles beginnt mit unserer Entstehungsgeschichte, dem ersten Feuer“, erklärt Pruitt die erste Lektion in ihrem Webkurs. „Wir brauchten Feuer. In der Geschichte wurden verschiedene Tiere ausgesandt, und am Ende ist es die Wasserspinne, die die Flamme holt und zurückbringt. Und das gelingt ihr, indem sie einen Korb flechtet.“

Die Schülerinnen und Schüler fotografieren anschließend Körbe mit ihren iPads und entwerfen eigene Varianten in Freeform.
„Das iPad eröffnet neue Möglichkeiten für Video und Audioaufnahmen, vermittelt den Kindern Podcast Kenntnisse und lehrt die Schüler den Umgang mit Keynote, um Berichte zu verfassen“, sagt Pruitt. „Es ist wirklich toll, dass wir auf dem iPad auf unsere Sprache und unsere Cherokee Schriftart zugreifen und unseren Videos und Audiodateien Text hinzufügen können.“
Im STREAM Labor entstehen zusätzlich Podcasts, Kleidungsstücke und Medienprojekte. Dort entwerfen Schülerinnen und Schüler mit Apple Pencil traditionelle Röcke, produzieren Interviews und schneiden eigene Podcast Folgen.
„Im STREAM Klassenzimmer kommen Nähen, Geschichtenerzählen und digitale Medien zusammen“, sagt Melissa Fourkiller. „Die Schüler stellen traditionelle Gegenstände her und lernen dabei die kulturelle Bedeutung dahinter kennen. Außerdem nutzen sie Apple Tools wie GarageBand auf dem Mac, um Podcasts zu produzieren, die die Geschichten der Cherokee respektvoll bewahren und weitergeben. Durch diese Projekte entwickeln sie Kreativität, Teamfähigkeit und Ansätze zu Problemlösungen, während sie lernen, Technologie zielgerichtet einzusetzen.“
Auch Bryan Warner sieht darin einen entscheidenden Beitrag.
„Ohne Apple Produkte und die Dinge, die wir heute tun, wäre es nicht möglich, dass sich die Sprache so schnell ausbreitet“, sagt Bryan Warner, stellvertretendes Oberhaupt der Cherokee Nation.
Eine Schrift mit mehr als 200 Jahren Geschichte lebt digital weiter
Bereits vor über 200 Jahren entwickelte der Cherokee Krieger Sequoyah ein eigenes Schriftsystem mit 86 Zeichen. Es machte es erstmals möglich, die Sprache schriftlich festzuhalten und legte den Grundstein für Zeitungen, Bücher und Unterricht.
Heute gehört dieses Schriftsystem auch zu den Tastaturen auf Mac, iPad und iPhone.
„Ein wesentlicher Teil Cherokee zu sein, besteht darin, dafür zu sorgen, dass Dinge wie Sprache und Kultur überleben und weiterbestehen“, sagt Roy Boney Jr., ein Cherokee Künstler, der gemeinsam mit Apple Ingenieuren daran gearbeitet hat, das Silbenalphabet auf Mac, iPad und iPhone zu integrieren. „In früheren Generationen wurde es einfach auf ganz natürliche Art und Weise weitergegeben.“
Chuck Hoskin Jr. verbindet diese Entwicklung mit einer besonderen Symbolik.
„Das Silbenalphabet auf dem iPhone oder Mac Laptop zu haben, versetzt uns wirklich in die Vergangenheit“, sagt Hoskin. „Es schien etwas aus den Geschichtsbüchern zu sein. Jetzt ist es plötzlich auf unseren Handys auf dem neuesten Stand der Technik. Ich denke, das ist echte Kraft.“
Für Olivia Daugherty zeigt sich diese Kraft bereits im Alltag ihrer Familie.
„Meine Nichte spricht unsere Sprache als Muttersprache“, sagt Daugherty. „Sie ist eine der ersten seit sehr langer Zeit.“
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